Nachdem ich lange keine Geduld zum Lesen hatte, verschlinge ich in den letzten Wochen wieder vermehrt Bücher. Kann aber auch daran liegen, dass die von mir bestellten Sachen es mittlerweile durch die Kistenberge im Bibliothekskeller bis ans Tageslicht geschafft haben.
Zum einen ist da endlich die Bücherdiebin, deren wundervolles Cover mit dem interessanten Papier mich mehr als einmal beinahe zum Kauf verlockt hat. Es ist kein schlechtes Buch und sehr berührend, dennoch kann ich nicht in die vielen Lobeshymnen einstimmen. Für mich wäre es ebenfalls eins der Bücher des Jahres gewesen, hätte es 200 Seiten weniger gehabt. Ich bin kein Fan von zu vielen redundanzen und zu viel Vorgreifen in einem Roman.
Ebenfalls überdurchschnittlich gut fand ich Nachtreiter von Daniela Knor. Hier lag mein Wehmutstropfen in den letzten 100 Seiten. Auch hier mag wieder mein persönlicher Geschmack reinspielen, aber ich fand es schade, dass in dem fast magielosen Buch, dass mich an Band 1 von Lied aus Feuer und Eis erinnert hat, dann doch sehr viel normal wirkende Fantasy eintrat mit Zwergen, Helden, um die man keine Angst hat, weil sie ständig davonkommen. Wie gesagt ist es ein sehr gutes Buch, sehr gut geschrieben mit lebendigen Details und guten Figuren – mir hat der Schluss leider nicht gefallen.
Bei den Jugendthrillern begeistere ich mich derzeit für Prinzentod. Der Roman nimmt sich selbst und den Leser ernst, beschönt nichts an Gefühlen, bietet eine erwachsene Sprache und ist bislang noch völlig undurchschaubar und offen.
Von Naomi Novik werde ich Drachenbrut wohl in den nächsten Tagen beenden. Da ich ein Mensch bin, der auch das beste Buch an der spannensten Stelle weglegen und für Wochen vergessen kann, bin ich gespannt, wie lange ich noch für die Geschichte von Temeraire benötige.
Ebenfall mit Drachen hat Drachenklingen von Pierre Pevel seinen Weg in meinen Bücherschrank gefunden, wird seine Reise allerdings bald als Geschenk an die Bibliothek antreten. Keine Frage, die Mischung ist interessant, aber als Fan der drei Musketiere, muss ich Pevel einen etwas steifen Stil unterstellen, der in seiner Pfiffigkeit nicht an das (unerreichbare) Original herankommt. Auch kommt die Geschichte selbst nicht recht in Fahrt, alles wirkt auf mich unschlüssig. Dafür, dass ich mich monatelang auf dieses Buch gefreut habe, bin ich enttäuscht. Kann natürlich sein, dass auch einiges in der Übersetzung verloren ging (oft haben Übersetzer zu wenig Zeit und bekommen nur einen Hungerlohn), aber wenn nicht überall zu lesen wäre, dies sei einer der beliebtesten und bekanntesten Fantasyautoren Frankreichs, würde ich den Roman für ein debüt halten.