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Archive for Mai, 2008

Lesen, lesen, lesen …

gbwolf on Mai 26th 2008

Damit es mir vor lauter Schreiben nicht langweilig wird, bin ich fleissig am Stilabgucken/Recherchieren/Lesen. Will heißen: Ich fresse mich derzeit durch Jugendbücher. Einfach mal schauen, welche verschiedenen Stile es gibt, wie die Autoren aufbauen und erzählen, welche Gewichtung wörtliche Rede und Nachdenken des Protagonisten hat. Anschließende selbst an den PC zu sitzen und eine Szene zu schreiben, fällt mir auf jeden Fall leichter, wenn ich emotional auf Stil und Stimmung eingestellt bin und das klappt mit einem bisschen Lesefutter ganz hervorragend. Besonders, wenn die Autoren es verstehen, eine Leichtigkeit in ihren Roman einzubringen, die einen dazu bringt, einfach weiter zu lesen, auch wenn einen dies und das an Plot oder Pro stört. Es geht ja nicht um ein hochwertiges Literaturerlebnis mit Wirkung für die Nachwelt, sondern um Unterhaltung.

Gerade durch bin ich mit:

Christina Dunker – Schwindel. Der Ich-Erzähler liegt mir persönlich nicht besonders und auch in diesem Thriller empfinde ich ihn als überflüssig. Nette Unterhaltung, aber leider nicht ganz so spannend, wie ein Thriller für mich sein sollte.

Lynn Raven – Der Kuss des Dämons. Die Vampirwelle rollt und auch wenn es Begründungen gibt, warum nicht jeder Blutsauger eine verwesende Leiche ist, nimmt mich das Thema einfach nicht mit. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Lynn ein flüssig geschriebener und angenehm zu lesender Roman gelungen ist, von dessen Stil man sich ein oder zwei Scheiben abschneiden kann. Hinterher habe ich mich gefragt, ob das Ding wirklich über 300 Seiten hat, weil ich so schnell durchgerauscht bin.

Hilke Rosenboom – Die Teeprinzessin. Das ist wieder so ein Fall, bei dem ich der Autorin viel verzeihe, weil sie eine fantastische Erzählerin ist; und weil es um Tee geht und man mich damit eigentlich immer einfangen kann. Ein paar Logikbieger verzeiht man zu Beginn noch, auch, wenn ich Betty nicht alle Entscheidungen abnehme, die sie so trifft, aber teilweise ist der Plot schon haarsträubend, da wäre weniger mehr gewesen. Nichtsdestotrotz eine sehr angenehm zu lesende Lektüre und einer der wenigen Historischen Romane, bei dem die Figuren größtenteils Kinder ihrer Zeit sind und bleiben und keine modernen Soap-Abziehbilder. Gerade am Anfang ist Betty eine unheimlich liebenswerte Protagonistin, weil sie in vielen Dingen nicht gegen Konventionen rebelliert, die ihr in Fleisch und Blut stecken.

Gerade auf meinem Tisch liegt The Golden Compass, den ich mir vor 4 Jahren aus Alaska importiert habe. Eigentlich wollte ich einen neuen Anlauf an Otherland wagen, aber ich bringe es nicht über mich, den Ziegelstein aufzuklappen, so sehr ich Tad Williams als Mensch und Autor auch schätze, wenn er nur halb so ausschweifend wäre, würde ich ihm die Füße küssen und seine Bücher verschlingen!

Das Wetter heute ist übrigens mehr als bescheiden für den Kreislauf! Diese Mischung aus schwül, kühl und Feuchtigkeit, die unter den Wolken klebt. Ich bin völlig groggy und zu nichts zu gebrauchen. Eigentlich wollte ich für Winterdämmerung endlich eine Karte zeichnen und ein paar Plotlinien visualisieren, aber es reicht gerademal, um einen Kinderbuchplot auf dem Balkon zu kritzeln.

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Aus dem Schreibkästchen #7

gbwolf on Mai 22nd 2008

Fall sich jemand gefragt hat, wo ich in den letzten Tagen vergraben war: Ich habe meinen Jugendthriller fertig geschrieben!

Es war ja so, dass ich mir ganz bewusst ein überschaubares Konzept für einen Roman von etwa 200 Normseiten vorgenommen habe. Einerseits, um einmal einen Roman abzuschließen und nicht nach 400 Seiten substanzielle Mängel festzustellen und andererseits brauche ich natürlich ein Erfolgserlebnis, das mir sagt: “Du kannst einen Roman beenden und genau nach den Vorgaben deines Exposés schreiben!”

Ohne Auftrag und Veröffentlichungszusage fällt es aber auch deutlich schwer, etwas zu beenden. Ich schreibe nicht gerne für meine Schublade

Das “genau nach Exposé” braucht man nicht 100% wörtlich nehmen, denn auch ein festgelegter Plot hat gewisse Spielräume. Wichtig ist, dass die Fäden sich am Schluss auflösen lassen. Wenn sich während des Schreibens herausstellt, dass Person A keine Erdbeeren mögen kann, weil es nicht zum Charakter passt, im Exposé aber steht, dass sie mit einer Erdbeere vergiftet wird, dann passt man diese Kleinigkeit eben an.

Was jetzt noch auf mich zukommt, ist natürlich die Überarbeitung. Nach dem Feedback zur Leseprobe weiß ich zum Beispiel, dass ich das erste Kapitel um eine kleine Szene erweitern werde. Aus den momentan noch 191 Seiten werden dann nach und nach 200 oder mehr werden, denn ich bin jemand, der eher etwas kompakt erzählt als ausschweifend.

Und zwischendurch beginne ich mit meiner heißgeliebten Winterdämmerung!

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Ach es ist so schön, so schön …

gbwolf on Mai 12th 2008

… ein Amselchen zu sein. Jedenfalls, wenn man bei meinen Eltern im Garten leben und den Kompost ausräubern kann. Amselnachwuchs lernt das gerade fleißig und wie man sieht, haben die jungen Piepmätze nichts besseres zu tun, als auf Nachschub zu lauern.

Und irgendwie kommt mir da wieder das Käferlied in den Sinn, dieser Ohrwurm, von dem Leute bereits sagten, dass er sie drei Minuten ihrer wertvollen Lebenszeit gekostet hat. Und ich möchte wetten, dass es mindestens ebenso schön ist, eine Amsel zu sein.

Ach es ist so schön, so schön ein Käfer zu sein!

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Aus dem Schreibkästchen #6

gbwolf on Mai 11th 2008

Tja, wo sind sie hin, die 38.000 Wörter vom April? Wenn ich ins letzte Jahr schiele, scheint das übrigens mein Wundermonat zu sein. Wird Zeit, dass ich das mal zur Dauerleistung ausbaue. Andererseits ist das Wetter derzeit auch ein übler Verführer und nicht mit in meiner Rechnung sind die Stunden, die ich im Moment in meine Kurz- und Langexposés investiere und die Überarbeitung der Leseproben. Viel Arbeit, aber mit Glück lohnt es sich.

Tag 1: 152
Tag 2: 414
Tag 3: 0
Tag 4: 305
Tag 5: 846
Tag 6: 2.169
Tag 7: 0
Tag 8: 0
Tag 9: 0
Tag 10 121

Gesamt: 4.007/30.000

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