Na eigentlich stand der Abend unter dem Motto: “Psst, weitersagen: Bibliotheken töten Langeweile”. Nicht immer hat das auch funktioniert.
Aber fangen wir von vorne an:
Zur diesjährigen Nacht der Bibliotheken hatte Thomas Klaus alias Xadhoom wieder in die Zweigstelle Rath der Düsseldorfer Stadtbibliothek geladen. In Rath liest man ja bekanntlich gerne, weil die Zweigstellenleiterin und ihr Team sich eine unheimliche Mühe geben. So auch an diesem Abend: Die Bibliothek komplett mit ausgeschnittenen Pistolen, Blutflecken und Schädeln beklebt, Büffet, Schaukästen mit Deko und eine “Crime Scene” mit Leichenumriss vor der Ausleihtheke. Dazu übervolles Haus. Diebereit stehenden120 Stühle reichten nicht, geschätzt waren 150 Leute in die Bibliothek geströmt.
Eher die Spannung als die Langeweile töteten dann die Vortragenden. Spontan sagten sich weitere Nachwuchsautoren aus der Region an, und nicht nur der Vortrag des Buchautoren lief in seiner Länge aus dem Ruder. Nach mehr als drei Stunden, in denen nur die Saxophongruppe und die Polizei mit ihren Programmpunkten für etwas Auflockerung sorgten und das Publikum dem Programm bereits mehr als eine zweite Chance gegeben hatte, setzte die Massenflucht ein.
Kurzgeschichten.de las weder, wie geplant, um 22 Uhr, noch vor vollem Haus. Die Geisterstunde rückte näher, Kaffee wurde an die 30 Verbliebenen Autoren und Zuhörer ausgeteilt und die Lesenden bezogen Stellung auf dem roten Sofa. Was die fünf Autoren dann an Show boten, das entschädigte für die vorangegangenen Stunden. Bösartigkeit, Mord und Zynismus vom Feinsten, glänzend vorgetragen und teilweise zum Umkippen komisch!
Schade, dass kurzgeschichten.de das Publikum nicht von Anfang an hatte bannen können. Wir haben jedenfalls die Zusage bekommen, bei der nächsten Großveranstaltung als Opener aufzutreten.
Dennoch meinen herzlichen Dank an das Bibliotheksteam, das seit dem frühen Morgen vor Ort war, in den Wochen zuvor an Deko und Presse gearbeitet hat und am Samstag wieder zur Stelle sein musste. Eure Leistung und eure Herzlichkeit sind überwältigend!
Die Lesung zum Hören gibt es – wie gewohnt – auf Netzkraut. Derzeit noch ungeschnitten und leicht optimiert. Also grämt euch nicht, die Lesung verpasst zu haben, hört rein.



