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Archive for September, 2006

Der Koffer ist ausgeräumt

gbwolf on Sep 30th 2006

Ein wenig klingt es, als hätte ich einen Sprung in der Schüssel, wenn ich schreibe, dass ich meinen Koffer ausgeräumt habe. Im Gegensatz zu anderen Leuten deutet dies bei mir aber auf eine grundsätzliche Veränderung meines Lebenswandels hin. Über ein Jahr habe ich jetzt mit meinem Koffer als Möbelstück gelebt, ihn also nur aufgeklappt und zentral im Zimmer plaziert, kaum, dass die Tür aufgeschlossen war. Schmutzwäsche raus, frische Wäsche rein, kleine Modifikationen, aber Basisausrüstung drinlassen. Drei oder vier Tage später habe ich das Ding ja doch wieder gebraucht, um sonstwohin zu pendeln.

Jetzt ist aus einer Fern- eine Nahbeziehung geworden, Praxissemester und Anwesenheitspflicht in Darmstadt rum und ich fahre nicht mehr so oft zu meinen Eltern, weil es weiter weg ist. Zeit also, ein bestimmtes Möbelstück auf den Schrank zu räumen und nur noch für den Urlaub runterzunehmen. Zeit vielleicht auch, sich einen neuen Koffer zuzulegen, der kein klapperndes Rad, keine abgestoßenen Ecken, keinen unentfernbaren Kokosshampoodauerfleck und keine kaum abzusaugenden Rohrzuckerkrümel hat.

Mal schaun, wie lange ich brauche, um mir einen Job zu suchen, bei dem ich wieder pendeln muss ;-)

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Lachfalten

gbwolf on Sep 27th 2006

Mein Gedächtnis setzt gerade wieder ein. Hatte meiner Schwester nach einem Anruf aus Uncle Sams own (Oh Mann, ich weiß nicht mehr, wie man das korrekt schreibt und das Wörterbuch ist so fern) country versprochen, meine Definition von “Falten wegen Kindern” in mein Blog zu setzen, damit sie es abschreiben kann.

Und zwar haben wir bei ihrem letzten Besuch vor einigen Wochen festgestellt, dass sie – obwohl zwei Jahre jünger – mehr Fältchen um die Augen hat, als ich. Da liegt natürlich der Schluss nahe, das Kinder einen Menschen schneller altern lassen. Schließlich hört man diese Theorie allerorten und schaut man darauf, dass meine Schwester jetzt zwei Jahre als Au Pair und ein Jahr als Nanny hinter sich hat, scheint das nicht unwahr zu sein.

Meinen Denkansatz finde ich aber plausibler: Ein Mensch, der sich intensiv mit Kindern beschäftigt, mit ihnen lacht und spielt, der macht auch mehr Mimik, als in der Interaktion mit Erwachsenen – folglich gibt das auch mehr Mimikfältchen.

Hoffentlich beruhigt das jetzt alle Kinderumgehenden und die es noch werden wollen :)

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Im Land der Todemulle!

gbwolf on Sep 25th 2006

Ich bin wieder zurück von meinem ersten Sommerbesuch in Leipzig (Wie? Die Stadt gibt’s auch mit Sonne und in warm? Vielleicht war ich zu oft im Herbst oder Winter dort). Das Glück ist auch mal wieder mit denen, die sich nicht konzentrieren und denen das Denken schwer fällt: Ich habe es geschafft, genau so in die Bib der HTWK zu wollen, dass sie auch offen hatte. Irgendwie kam mir nicht in den Sinn, die Zweigstelle könnte in den Semesterferien auch mal geschlossen sein. Also wie gehabt: Das war pures Glück, dass ich drei Tage lang recherchieren konnte. Vorher mal nachfragen wäre auch zu einfach gewesen.

Dafür habe ich es aber auch geschafft, mir einen erchöpfenden Stapel Kopien zuzulegen, mit dem sich einiges an Theorieteil für die Diplomarbeit abdecken lässt. Und natürlich jede Menge schöne Zitate, mit denen sich eine solche Arbeit würzen lässt:
“Der Verleger trinkt Sekt aus den Hirnschalen verhungerter Autoren”

Leider ohne Quellenangabe, wer das gesagt hat oder ob es ein allgemeiner Ausspruch ist.

Eigentlich wollte ich auch schon vor zweieinhalb Jahren in den Zoo, musste damals aber zu einer Taufe und habe dafür das neu gestaltete Elefantenhaus sehen können. Hier einige Impressionen meines neugewonnenen Lieblingstieres (Gegenüber dem grottenhässlichen Nackmull hat der wenigstens Fell). Und ja, das Schild hängt wirklich am Gehege. Und an vielen anderen Gehegen ähnliche. Es scheinen oft besorgte Zoobesucher verwundete Tiere zu melden.
graumullschild

Und so sieht der schokoriegelförmige Mull in seiner liebsten Schlafposition aus (Sieht doch wirklich aus, als wären eckige Tiere bald in Mode).

graumullriegel

Mein persönlicher Favorit ist “Graumullzilla”, der sich mit martialischer Geste aus der lockeren Erde wühlt. Ich kann förmlich dieses metallische Gozillageräusch hören!

graumullzilla

Der Ausflug ins Killywilli zum geliebten Kirschbier war dann leider nur so lange spaßig, bis wir erfuhren, dass der halbe Liter Kirschbier mittlerweile 4,60 kostet! Boah! Das ist ein Preisaufschlag von 1,30 seit der Buchmesse. Ich fürchte, das war mein letztes Kirschbier. Und wir hatten uns schon gewundert, dass keine Getränkekarten mehr auf den Tischen lagen … die werden wissen warum.

Immerhin habe ich es dann sowohl in Leipzig, als auch auf dem Rückweg nach Hannover einige nette Leute wiederzutrefen und hoffe, dass das so weitergeht. Nächste Woche ist schließlich Buchmesse und dort sollten einige Gestalten herumschwirren, die ich kenne. Und einen Tag später wieder ein Treffen von Kurzgeschichten.de … hoffentlich überleben meine Füße das.

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Arthur C. Clarke, Stephen Baxter: Die Zeit-Odyssee

uwe on Sep 17th 2006

Man darf sich von dem ellipsoiden Ringplaneten auf dem unsäglich sinnlosen Cover nicht irritieren lassen: In diesem Roman geht es nicht um den Weltraum, sondern um die Zeit. Warum ein Zeitreise-Hasser wie ich dieses Buch überhaupt liest? Weil Clarke draufsteht vermutlich. Außerdem wird man mit Zeitreisen oder Romanen mit Zeitreise-Elementen zugeschmissen, weil das Gedankenexperiment vermeintlich immer wieder aufs neue interessant ist. Stimmt natürlich gar nicht, in Wirklichkeit ist es beliebig. Immerhin haben Clarke und Baxter das maximale rausgeholt. Indem sie nicht nur einen Helden in eine andere Zeit versetzen, sondern die ganze Welt in Tortenstücke schneiden und jene aus unterschiedlichen Epochen zu einem neuen Kuchen zusammenfügen, eröffnen sie sich die Option auf übelsten Schwachsinn. Raumfahrer aus der ISS treffen auf Soldaten der britischen Indien-Truppe des 19. Jahrhunderts. Es beginnt eine Reise nach Babylon, und dort treffen in einer historischen Schlacht keine geringeren als die Armeen von Alexander dem Großen und Dschingis Khan aufeinander. Dies alles geschieht unter den Augen einer alten, außerirdischen Rasse.
Man kann das Geschehen guten Gewissens als hundertprozentig konstruiert bezeichnen. Dank zahlreicher Handlungsebenen und des Konfliktpotenzials, welches das Aufeinandertreffen unterschiedlichster Kulturen nun einmal mit sich bringt, ist das ganze Buch aber schlicht und ergreifend spannend. Man liest es in einem Rutsch durch und fühlt sich gut unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Gastbeitrag: uwe

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Ab ins Land der Bücher

gbwolf on Sep 17th 2006

Ich verabschiede mich schon mal für eine Woche, obwohl es erst heute Abend losgeht. Werde mich in Leipzig in der Bibliothek der HTWK eingraben und recherchieren.

Einige Bücher habe ich mir über den Webkatalog bereits rausgesucht, werde aber sicher noch auf allerlei interessante Zeitschriften und anderes Material für meine Diplomarbeit stoßen. Am besten wechsle ich gleich einige Euro in Kleingeld um …

Wie es in der Bibliothek um Internetarbeitsplätze bestellt ist, weiß ich nicht. Deswegen sage ich mal vorsichtig, dass ich bis Sonntag in einer Woche nicht erreichbar bin. Das Handy bleibt aus und abends bin ich dann sowieso mit Kirschbier beschäftigt.

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Vom Lesen in Bibliotheken

gbwolf on Sep 16th 2006

Wattenscheidlesung.jpg

Eine sehr schöne Lesung hatten wir gestern Abend in der Wattenscheider Zweigstelle der Bochumer Stadtbücherei (Schnuckelig! Da möchte man glatt Bibliothekar werden). Als vorletzte Lesende überstand ich die erste Hälfte ohne viel Nervosität, aber am Ende der Pause packte mich dann doch die Panik. Klar, wenn man den Text nicht 100% geübt hat, gibt es ausreichend Grund, um ein bisschen Angst zu haben. Da stolpert man schnell über Wörter wie “exquisit”.

Nach einigen Absätzen hatte ich mich aber wieder völlig in meine Gruselmonster eingelesen und als beim Haarbüschel des Grauens ein kleines Glucksen aus dem Publikum kam, habe ich mich ganz entspannt. Das macht richtig Lust, wieder einen neuen Teil für Timor Parvo zu schreiben. Angefangene Ideen lagern ja zu Genüge auf meinem Rechner.

Ganz herzlichen Dank Uwe und Asuka für die tolle Organisation der Lesung!

(Jaja! Ich habe mich tatsächlich getraut, was Schickes anzuziehen!)

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Lesung! Morgen!

gbwolf on Sep 14th 2006

Meine Schwester meinte ja, ich solle nicht immer so viele Einträge schreiben, da sie sonst mit dem Lesen nicht hinterherkäme. Deswegen erst heute wieder, dafür aber mit Werbung:

Morgen ist die Lesung in Bochum-Wattenscheid in der Bibliothekszweigstelle. Freier Eintritt und jede Menge unterhaltsame Geschichten. Wo und wann genau kann man auf kurzgeschichten.de nachlesen.

Ich freue mich jedenfalls riesig, endlich meine Gruselmonster lesen zu können; sozusagen die älteren Geschwister der Tod aus der Teekiste-Monster. Leider habe ich keinen Scanner, um die Viecher einzuscannen und die Geschichte hat noch kein schönes Layout, mit dem ich sie hier einstellen und zum Download anbieten könnte. Kommt aber alles noch.

Hauptsache, Ihr kommt erstmal alls. Und zwar morgen, in die Bibliothek. Wir sehen uns. ;-)

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