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Archive for Juli, 2006

Frank Schätzing – Der Schwarm

gbwolf on Jul 31st 2006

Es ist schwer geworden, in den Buchhandlungen den Büchern mit dem schwarzen Einband, dem farblich abgesetzten, beinahe schon grellen Titelbild, den kurzen Titel und er eindeutigen Aura Thriller zu entwischen. Schätzings Buch fand den Weg in meinen Bücherschrank vor allem darüber, dass es spannende Unterhaltung auf naturwissenschaftlichem Niveau versprach, jenseits von Verschwörungstheorien und Kirchenmythen. Und einer der wenigen Thrillerautoren aus deutschsprachigen Landen sollte schließlich unterstützt und gelesen werden.

Über den Inhalt des Schwarms zu erzählen und nichts zu verraten ist schwer. Die Geschichte beginnt an verschiedenen Orten mit verschiedenen Protagonisten. Sie sind ausnahmslos Wissenschaftler, die auf einem Spezialgebiet tätig sind: Meer.

Leon Anawak in British Columbia und Sigur Johanson in Norwegen bleibt zunächst der Ausschnitt vor die eigene Haustür. Harmlose aber merkwürdige Begebenheiten mit den Bewohnern unter dem Wasser, mit scheinbaren Abnormalitäten aus einer Welt, die weitestgehend unerforscht und unbekannt ist. Untypisches Verhalten von Walen und Würmer, die eine geplante Ölbohrung stoppen, Berichte über Quallenschwärme vor Südamerika.

Die Ereignisse häufen sich in den Nachrichten. Der Gedanke daran, dass nicht alles purer Zufall sein könnte, wächst. An einen großen Zusammenhang möchte niemand glauben, auch wenn die Indizien sich Stück um Stück häufen. Langsam verknüpfen und vernetzen sich die Vermutungen und zwingen die Wissenschaftler, alte Wertevorstellungen über Bord zu werfen und den Blick weit genauer als bisher unter Wasser zu richten.

Schätzing entwirft auf fast 1000 Seiten ein Schreckensszenario mit leicht mystischem Touch. Er schreibt sein Buch ein wenig wie einen Actionfilm, setzt geschickte Cliffhanger und bedient sich jeden Hilfsmittels, dass die literarische Trickkiste für Spannung zu bieten hat. Dazwischen gelingt es ihm, wissenschaftliche Fakten verständlich zu präsentieren und Charaktere zu entwerfen, die in ihrer Menschlichkeit absolut glaubwürdig sind. An vielen Stellen liest der Roman sich sehr authentisch, kleine Stilungenauigkeiten verzeiht man gerne und schnell.

Natürlich spielt Schätzing mit der Angst vor dem Unbekannten in der Tiefe und den Umweltkatastrophen, die an allen Ecken dieser Welt potenziell auf uns lauern, regt dadurch aber auch zum Nachdenken an. Trotz einiger erhobener Zeigefinger überzeugt das komplexe Gesamtkonzept des Romans durchgängig. Wirklich platt wird die Handlung nie, die Charaktere handeln wie Menschen und scheren nicht ohne Grund aus ihren Rollen aus, wie in Popcornfilmen und B-Thrillern.

Wer sich privat bereits mit Methanhydraten, Mutationen und Klimaverschiebung beschäftigt hat, wird den Roman an vielen Stellen als etwas zu erklärend empfinden. Geschrieben wurde er eindeutig für ein Publikum, das sich der komplexen und verzahnten Vorgänge auf unserem Planeten nicht bewusst ist. Zwischendurch gibt es die eine oder andere Länge, die letzten 100 Seiten sind Geschmackssache. Andererseits ist es Schätzing gelungen, den Roman nicht zu seicht ausklingen zu lassen und ein brauchbarer Schluss ist besser als ein wirklich schlechter. Zudem gibt es beim Publikum keine Akzeptanz für offene Enden oder Kompromisslösungen; Schätzing hat sich hier an einer Mischung versucht.

Conclusio: Kaufen und lesen. Für unter zehn Euro lohnt es sich, dieses Buch zu besitzen. Mehr als eine Woche sinnvolles und bildendes Lesevergnügen wird man nicht billiger bekommen.

Eine neue Art von Thriller, die sich wohltuend vom Einheitsmarkt abhebt.

Schätzing, Frank: Der Schwarm; Fischer TB; Frankfurt a.M.; ISBN: 3-596-16453-2; kartoniert, 9,95

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Winteruntergang

gbwolf on Jul 30th 2006

Einen Plot mit all seinen Anhängseln (Welt, Völker, Charaktere) zu Papier zu bringen trägt etwas Erlösendes in sich. Nicht zuletzt die Selbstkontrolle, endlich alles geschrieben zu sehen und nicht ständig im Hirn zu wälzen und zu ändern. Ein fester Rahmen, der einem das Gefühl gibt, alle Ausreden sind vorbei und endlich, endlich kann man anfangen, den Roman zu schreiben.

Und dann passiert es, das Erwartete: Der Plot ist schlecht, kaum, dass man sich erbarmt hat, Kapitel zwei eine Form zu geben. Die Suche nach dem rettenden Artefakt, dass sich später als unnütz gegenüber purer Diplomatie und Lebenserfahrung entpuppt, das Drama in der kleinen Gruppe, in der jeder nur für sich selbst arbeitet … langweilig. Suchen nach omnipotenten Artefakten gibt es in Fantasyromanen ein bisschen zu oft. Klar habe ich andere Ideen für dieses Kleinod, eine Auflösung über seine Unsinnigkeit: Aber bis zu dieser Stelle sind es etwa 200 Seiten ganz normaler Fantasyroman, der allenfalls durch seine Charaktere glänzt. Und ob ich das ducrh flüssiges Schreiben wettmachen kann?

Ich habe für Winterdämmerung also eine Welt und Charaktere, die mich seit 1997 begleiten und sich in mir geformt haben, aber ich habe keine Geschichte. Auf der anderen Seite steht die Pandemie der Schmetterlinge mit einer Geschichte und Charakteren und einer Welt, die ich erst seit November anfange kennen zu lernen. Irgendwie kann ich mit keinem von beiden beginnen.

Ab morgen stehen jeden Tag zwei Stunden fürs Schreiben auf meinem Plan. Alles läuft darauf hinaus, dass ich vorerst nur mit der Überarbeitung von Eisflügel beginne.

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Das Wort des Tages: Aua

gbwolf on Jul 30th 2006

GBWölfinnen haben über die Jahre hinweg ganz offensichtlich keine stachelresistenten Beine ausgebildet. Die Evolution ist klar an mir vorbeigegangen, die Ernte an Brombeeren dementsprechend hübsch aber verblassend gegenüber den Mengen, die mein u. aus den Sträuchern klauben konnte.

Die süßesten Früchte (nach einem Kinderlied) werden also nicht von den großen Tieren gefressen, sondern von den dümm…den am weitesten entwickelten. Definiert man Intelligenz und Entwicklung darüber, dass ein Tier natürliche Reflexe ausblenden kann – hier z.B. den Schutz vor Selbstverletzung -, bleibt für mich der Rückschluss, dass die höchste Entwicklungsstufe die Dummheit ist. Letztendlich ist man ja dumm genug, sich die Beine aufzuschürfen, weil man keine langen Hosen trug und an ein paar Beeren wollte, die sich im Supermarkt schmackhafter und unkomplizierter jagen lassen.

Aber es geht ums Flair, habe ich mir sagen lassen. Das aufmalen künstlicher Kratzer mit Brombeeren (die übrigens verblüffend echt wirken) ist da schon eher meine Liga. (Leider kein Beweisfoto, da Digicam vergessen zu Hause und Objekt weigert sich, sich noch einmal anmalen zu lassen) Dabei sollte der Trieb Süßes zu sammeln und alles dafür zu tun eigentlich bei Frauen genetisch stärker ausgeprägt sein, als bei Männern. Vielleicht kanalisiert sich der Jagdtrieb bei Vegetariern auch anders.

Ich bin und bleibe wohl eine Jägerin von Kulturbeeren aus dem eigenen Garten. Und sowieso haben Erbsen weit weniger Dornen. Autsch, ich bin einfach eine wehleidige Memme. Dafür darf ich dem Jäger dann Marmelade kochen.

Was haben wir heute gelernt? Nichts. Ich rede wieder eine Menge Unsinn.

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Verflucht Hollywood!

gbwolf on Jul 29th 2006

Ich war dieses Jahr fast nie im Kino. Vor allem der schlechten Filme wegen. Das erste Mal seit langem wagte ich mich dann vor einer Woche in Ab durch die Hecke, der wenigstens mäßig amüsant ist, auch wenn man die “Habt euch alle lieb, auch wenn euch die unrealistischsten Blödeleien passieren und ihr nicht miteinander kommunizieren könnt”-Zusammenschnitte aus anderen Filmen fast nicht mehr sehen kann. Warum wagt die Filmindustrie nichts Neues? Monster AG war ein Spitzenfilm und trotzdem ein kommerzieller Erfolg.

Wirklich schlimm wurde es dann erst, als ich in Fluch der Karibik 2 ging. “150 Minuten Popcornkino” hatte ich irgendwo gelesen, aber gut, der erste Teil war ja auch schon leicht und flockig mit gelegentlichen Bauchschmerzen. Fakt war schließlich, dass ich mich seit zwei Tagen versuche zu erinnern, in welchem Film ich mich weniger amüsiert habe. X-Men vielleicht. Von 150 Minuten gefielen mir vielleicht 5 und die hatten allesamt mit Jack Sparrow zu tun. Die leicht albernen Spielereien des ersten Teils mit den Figuren, die sich nicht zu ernst nehmen, ist einem Fantasyklamauk mit Riesenkraken, Pseudo-Nemo, Barad-Dur-Gefängnissen, Voodoo-Hexen, unsinnigen, gezeichneten Schlüsseln und mehr als dummen Actionsequenzen gewichen. Ich musste u. einige Male tröstend im Arm halten, dass es nicht mehr schlimmer kommen könnte – kam es dann aber leider Minute für Minute.

Schweigen wir uns über diesen Film nicht aus, sagen wir die Wahrheit: Wenn ihr keine Teenager mehr seid, die heutzutage an allen Ecken mit schlechtem Geschmack konfrontiert werden, dann spart euch das Geld und unterstützt diese Filmindustrie nicht! Selbst Johnny Depp ist es diesmal nicht wert …
Zum Glück habe ich bereits eine positive Ablenkung (Im Gegensatz zu anderen habe ich nicht angefangen, dieses unselige Illuminati zu lesen, in dem fröhliche Unmöglichkeiten mit Antimaterie angestellt werden). Es ist endlich da und in meinen Händen!

dunnett.jpg

Dorothy Dunnett: Niccolòs Aufstieg (Klett Cotta), der erste Band einer achtbändigen Reihe. Ich habe bereits ihr Königsspiel geliebt, auch wenn ich mich kaum daran erinnern kann, da ich es mit 12 oder 13 zufällig in der Bibliothek fand. Geblieben ist die Faszination für eine Frau, die komplexe historische Romane jenseits des heutigen Kitsches geschrieben hat. Leider, leider, ist sie mittlerweile verstorben.

Man muss dazusagen, dass ich bereits die Druckfahne angelesen und das Buch bereits vor dem Verkaufsstart in Händen hatte (mit dem Kauf musste ich dann aber brav warten, wie alle anderen auch), da ich zufällig Praktikantin im Verlag war, als die ersten Leseeyemplare die Runde an ausgesuchte Buchhändler machten. Als bibliophiler Mensch sehne ich mich jetzt also schon länger nach diesem wunderbar hochwertigen Papier und der Geschichte, die darauf gedruckt wurde. Ich kann einfach nicht anders: Ich werde mir wohl die ganze Ausgabe zusammensammeln über die nächsten Jahre.

Vorerst stürtze ich mich auf Teil 1 und werde ihm demnächst eine Rezension an dieser Stelle widmen.

Noch einmal zur Erinnerung: Spart euch Fluch der Karibik 2! Auch, wenn ihr eingeladen werdet!

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Tempus Fugit

gbwolf on Jul 27th 2006

Das ist wieder einer dieser Tage, an dem man feststellt, dass der Juli so gut wie um ist und in weniger als einer Woche mehr interessante Ausschreibungen für Kurzgeschichtenwettbewerbe ablaufen, als man noch bewältigen kann. Ich faule Nuss.

Außerdem geht mein selbstverordneter Urlaub am Dienstag zu Ende. Zeit, langsam einen Plan zu entwickeln, mit hübschen Meilensteinen, wann ich was abgeschlossen haben möchte. Zum Glück kommt nächste Woche erstmal nur der Softwaretest für die Umfrage auf mich zu. Bibliothekssuche und Telefonieren tue ich mir erst in zwei oder drei Wochen an, wenn ich Internet habe und die Leute aus dem Sommerurlaub zurück sind.

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Das Bild des Tages

gbwolf on Jul 23rd 2006

EntealaKirsch

Ente auf Kirsche stelle ich mir eigentlich sehr schmackhaft vor, aber mit einem standhaften Vegetarier an meiner Seite wird es wohl ewig bei dieser Version davon bleiben.

Dank an die Doppelpackung meines Lieblings-Aprikosenshampoos, die mir das Quietschemikroentli beschert hat. Wozu braucht man sowas?

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Winterdä…Kälteeinbruch!

gbwolf on Jul 22nd 2006

Mitten im Hitzeloch dieses Sommers ein wirklicher Kälteeinbruch in Form des neuen Magicsets “Kälteeinbruch” oder “Coldsnap”. Und ja, ich bin mit Magic infiziert worden. War sehr lustig heute ein paar offizielle Runden mitzuspielen, nicht Letzte zu werden und jetzt ein Rudel Sammelkarten mit Wintermotiven zu besitzen.

Schön kalt hier!

Außerdem konnten wir so gebührend ein Mikrojubiläum feiern … Fortsetzungen folgen hoffentlich noch viele.

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